Info – Puente e.v. Kinderhilfsprojekt https://puente-trujillo-peru.com Brücke zwischen Mainz, Wiesbaden und Trujillo, Peru Fri, 27 Mar 2026 10:48:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://puente-trujillo-peru.com/wp-content/uploads/2019/03/cropped-Neue-Kopfzeile-puente-klein-150x150.jpg Info – Puente e.v. Kinderhilfsprojekt https://puente-trujillo-peru.com 32 32 Ferienworkshop mit Professorin Lita Cervantes Mendoza https://puente-trujillo-peru.com/ferienworkshop-mit-professorin-lita-cervantes-mendoza/ Fri, 27 Mar 2026 10:48:13 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=2915
Ferienworkshop mit Professorin für Wirtschaftswissenschaft Lita Cervantes Mendoza an 2 peruanischen Universitäten
Schulung in Selbstwertstärkung, Gemeinschaftsfähigkeit und beruflichen Perspektiven

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Programm zur Entwicklung von Führungsqualitäten und Soft Skills https://puente-trujillo-peru.com/programm-zur-entwicklung-von-fuehrungsqualitaeten-und-soft-skills/ Sun, 17 Aug 2025 12:50:43 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=2879

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Puente Santa Rosa – Die Doku https://puente-trujillo-peru.com/puente-santa-rosa-die-doku/ Mon, 13 Nov 2023 09:17:49 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=2655
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Reisebericht 2023 https://puente-trujillo-peru.com/reisebericht-2023/ Fri, 12 May 2023 20:18:13 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=2682 Liebe Mitglieder, Spender und Paten, nach der langen Corona-Pause
haben wir zweimal das Projekt besucht, zuletzt Dezember, Januar 23.

Im August 22 haben wir die 4 neuen Freiwilligen empfangen, die nach der
Coronapause mithilfe der Diakonie Kassel in die fertiggestellten Räume auf dem
Puente-Gelände eingezogen sind.
Sie konnten sich relativ schnell und hilfreich in Puente und der Schule
für “spezielle Kinder”, (wie sie in Peru genannt werden) einarbeiten.
Leider mußte der Aufenthalt eines Freiwilligen wegen Erkrankung
nach einem halben Jahr abgebrochen werden. Hilfsangebote vonseiten
der Diakonie, Puente-Mitarbeitern und mehreren Ärzten und Therapeuten
wurden von dem Betreffenden abgelehnt. Die so noch nie erlebte gesamte
Situation war für alle Beteiligten sehr belastend.
Nach langem hin und her, gelang es einem Arzt und Sanitäter der
Versicherung, die Rückführung durchzuführen.
Vorübergehend haben wir an einem weiteren Einsatz von Freiwilligen gezweifelt,
weil wir das ursprünglich als “Entwicklungshilfe” für deutsche Jugendliche
gedacht haben, so wie es für mich (Lisa Rauber) mit 19 Jahren war
und die Folge eine lebenslange Verbindung mit Peru ist.
Bei der Auswahl werden wir in Zukunft mehr darauf achten,
ob echtes soziales Engagement im Vordergrund steht oder es mehr
um “Happening und Exotik” geht.
Diese beiden Freiwilligen (rechts und links) haben sogar den in Trujillo
berühmten Tanz Marinera gelernt und uns an Weihnachten vorgeführt.
Seit mehreren Jahren unterstützen uns zwei peruanische Geschwister
jeden Samstag als Freiwillige. Diego wird Ingenieur und Fiorella hat
gerade ihr Staatsexamen in Medizin bestanden.
Während der Coronazeit waren alle Schulen in Peru für 2 Jahre geschlossen,
was fatale Folgen für alle Kinder aus prekären Verhältnissen hat.
Die Kinder von Puente wurden mit Hilfe des Rotaryclubs Ingelheim und des
Gymnasiums St. Ursula mit Tablets und teilweise mit Internet ausgestattet,
sodaß sie weiterhin unterrichtet wurden.
Auch ehemalige Freiwillige aus Deutschland halfen aus der Ferne mit,
indem sie weiter Englisch unterrichteten. Dafür bedanken wir uns
hiermit nochmal offiziell.
Bei jedem Besuch gibt es ein Treffen mit den Studierenden
(aktuell 13) und wir besprechen ihre Sorgen und Nöte.
Zum Beispiel gibt es in Peru die absurde Realität, daß die Unis
für das Abschlusszeugnis 1000 Dollar verlangen, sodaß die Absolventen
bis zu einem Jahr einem Job nachgehen müssen, um diese Summe bezahlen
zu können und dann können sie erst eine entsprechende Arbeit suchen.
Mariana hat dieses Jahr ihr Examen als Krankenschwester bestanden und
mit ihrem Jahrespraktikum im Hospital Regional begonnen.
Krankenschwestern werden in Peru mehr geachtet als in Deutschland.
Sie können eine eigene Praxis eröffnen oder sogar promovieren um eine
Lehrtätigkeit ausüben zu können. Das ist Marianas Ziel. Sie war ihr gesamtes
Studium über die Beste ihres Jahrgangs, sodaß wir am Jahresende die gezahlten
Studiengebühren zurück bekamen. Sie wird in dem neuen Film von Lars Storm
und Markus Grollmus interviewt. (siehe Homepage www.puente-trujillo-peru.com)
Die beiden sind Paten und organisieren jedes Jahr ein Hoffest in Ingelheim
mit leckerem Essen und Musik. Den Erlös spenden sie Puente.
Auch in Peru wollen durch die Propaganda der privaten Universitäten
alle Jugendlichen studieren und es gibt einen großen Mangel an Handwerkern.
Deshalb freut es uns umso mehr, daß es jetzt 2 Lehrlinge in unserer Schreinerei gibt,
eine Schülerin Schneiderin wird, eine Andere eine Kochausbildung begonnen hat,
eine Weitere eine Kosmetikausbildung.
Durch die Spende von Stefan und Andrea de Greiff wurde ein Nachbargrundstück
gekauft und dort ist die Schreinerei eingezogen und es wurden 3 kleine Häuser
im Rohbau fertiggestellt, die in Not geratenen Puente-Familien vorübergehend
zur Verfügung gestellt werden sollen. (z.B.wurde durch die Überschwemmung
aktuell das gesamte Haus einer Puente-Familie weggespült)

Bei ihrem letzten Besuch in Trujillo wurden Andrea und Stefan de Greiff
auch Mitglieder des peruanischen Vereins Puente Santa Rosa Alper.
Bei unserer letzten Mitgliederversammlung in Mainz gab es auch einige
Veränderungen, die wir allerdings aus formalen Gründen nochmal in der
nächsten Versammlung abstimmen müssen.

Die Bescheinigungen für dieses Jahr wurden noch von Frau Kaffrell Vomhof
ausgestellt. Für die Zukunft wird dies und das Abrechnungswesen vom Büro
von Stefan de Greiff pro bono übernommen, was eine sehr große Entlastung
für mich und auch Frau Kaffrell bedeutet, da wir beide nicht mehr die Jüngsten sind.
Wir freuen uns sehr, daß die Zukunft von Puente gesichert ist, weil nur nachhaltige
Projekte wirklich etwas verändern können, wenn auch nur in einem kleinen Bereich.
Wir fliegen am 11. Juni wieder nach Peru und werden dann zeitnah eine neue
Mitgliederversammlung einberufen.

Mainz, den 10.5.2023
Lisa und Jürgen Rauber

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Rundgang durch Puente/ Trujillo, Peru https://puente-trujillo-peru.com/rundgang-durch-puente-trujillo-peru/ Sun, 09 Oct 2022 17:52:24 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=2634
Film von Lars Michael Storm / Rundgang durch Puente/ Trujillo, Peru
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Holger Ehrsam interviewt Lisa Rauber https://puente-trujillo-peru.com/holger-ehrsam-interviewt-lisa-rauber/ Mon, 10 Jan 2022 20:03:49 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=2574
Kinderhilfsprojekt in Trujillo – Puente e.V. – vor Ort Interview mit Lisa Rauber
Holger Ehrsam – #mi peru business
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Reisebericht Dezember 2018 – Januar 2019 https://puente-trujillo-peru.com/reisebericht-dezember-2018-januar-2019/ Mon, 01 Apr 2019 10:13:27 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=2114

Liebe Mitglieder, Paten und Spender,

Dieses Mal wurden wir mit einem Fest zum 70. Geburtstag von Jürgen empfangen, mit Musik, Aufführungen und kleinen Geschenken für alle.

Jürgen hat dann alle Kinder und Mitarbeiter von Puente zu einem Ausflug ins Schwimmbad eingeladen, wo es Hähnchen mit Pommes gab.

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Liebe Mitglieder, Paten und Spender,

Dieses Mal wurden wir mit einem Fest zum 70. Geburtstag von Jürgen empfangen, mit Musik, Aufführungen und kleinen Geschenken für alle.

Jürgen hat dann alle Kinder und Mitarbeiter von Puente zu einem Ausflug ins Schwimmbad eingeladen, wo es Hähnchen mit Pommes gab.

Wir freuten uns über den Besuch von Prof. Inge Seiffge-Krenke und ihrem Mann, die an der psychologischen Fakultät UPN einen Vortrag über die Bedeutung des Vaters in der Entwicklung des Kindes hielt.

Über Weihnachten erhielten wir weiteren Besuch von unserer Tochter Fee, Schwiegersohn Benjamin mit Tante Barbara, Enkel Alma, Friedrich und Ronja. Diese besuchten einige der ärmsten Familien Zuhause und unterstützten Nena bei ihren Unternehmungen für Puente.

Gemeinsam nahmen wir an der Abschlussfeier der Friseurlehre von Alison teil, was auch in der örtlichen Presse veröffentlicht wurde.

Die Kinder hatten eine weitere öffentliche Aufführung in Trujillo, wozu auch ihre Familien eingeladen waren. Der neue Gesangslehrer Aldrin versteht es, die Kinder zu begeistern und zu motivieren.

Ein weiterer Besuch war Azucena mit ihrem deutschen Mann und Baby, die beim Weihnachtsfest die Heilige Familie darstellten. Azucena hat über Erfahrungen aus Deutschland berichtet.

Für die psychische Betreuung der Familien haben wir eine Übereinkunft mit dem Centro Latino (Ausbildungsinstitut in Kurzzeittherapie nach de Shazer) getroffen. Mit dem leitenden Psychologen und seiner Frau haben wir seit Jahren eine gute kollegiale Beziehung.

Wir führten intensive Gespräche mit den Jugendlichen, die ihren Schulabschluss gemacht haben und haben dabei versucht, realistische Ausbildungsziele mit Ihnen zu erarbeiten. Alle Kinder mit Abschlusszeugnis mit 1 haben 10 Soles Belohnung bekommen und nochmal 10 Soles virtuell, um ihnen zu helfen, mit Geld umzugehen. Wenn sie es nicht ausgeben, erhalten sie dann Zinsen. Durch die große Not in Peru ist es üblich, dass alle von der Hand in den Mund leben.
6 Jugendliche bereiten sich jetzt auf die Aufnahmeprüfung für die staatliche Uni vor. Sie können dann z.B. Lehrer, Sozialarbeiter usw. werden.
Bisher sind bereits 6 Jugendliche von Puente am Studieren.

Gina setzt ihre Ausbildung zur Konditorin fort und unterrichtet in den Ferien die Kinder von Puente. Unser Anwalt hat für sie die Unterhaltsklage gegen den Kindsvater erfolgreich durchgesetzt.
Ansonsten kämpften wir mit den üblichen widrigen Umständen wie Stromausfällen, Internetproblemen und den üblichen bürokratischen Monstern in Peru.

Trotzdem verlieren wir den Mut nicht, denn insgesamt in die Entwicklung gut. Wir haben ein zuverlässiges Team gefunden, das die gleichen Ziele wie wir verfolgt. Das Ergebnis zeigt, dass unser Konzept der engmaschigen Unterstützung durch unsere zweimalige Präsenz pro Jahr das Richtige ist.
Eigenartigerweise gibt es in Peru, mit viel Aufwand zwar, immer eine Lösung für jedes Problem.

Vielen Dank für Ihre/Eure nachhaltige Unterstützung, die das alles möglich macht.

Mainz, den 11.03.2019

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Dank an St. Ursula-Schule Geisenheim für Hilfe an Puente https://puente-trujillo-peru.com/dank-an-st-ursula-schule-geisenheim-fuer-hilfe-an-puente/ Fri, 09 Nov 2018 10:57:44 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=2018 Puente e.V. Santa Rosa und Sankt Ursula
Die Brücke von Geisenheim nach Trujillo, Peru

Danke-Plakat St. Ursula u. Puente

Dank des Solidaritätslaufs der SchülerInnen der St. Ursula-Schule konnte ein Dach für den Unterricht -hier in den Bildern der Karateunterricht- gebaut werden. Für fünfzig Kinder konnten Schulmaterialen und Schuluniformen gekauft werden. Vielen Dank an alle St. Ursula SchülerInnen und LehrerInnen.
Das Wichtigste ist vor allem Eure große Unterstützung
und das Wissen, dass es Hilfe gibt.

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Bildung entscheidet über die Zukunft https://puente-trujillo-peru.com/bildung-entscheidet-ueber-die-zukunft/ Sun, 02 Apr 2017 15:48:50 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?p=1581 Vortrag von Lisa Rauber auf der DGIP Jahrestagung in Mainz, Oktober,2016

Bildung entscheidet über die Zukunft

Puente ist ein sogenanntes „Graswurzelprojekt“. Es gibt keinerlei staatliche oder organisatorische Eingriffe von außen.Es geht darum, Kindern und Jugendlichen aus armen Familien zu helfen, eine Berufsausbildung zu erhalten.
Sie leben auf Sand, ohne sanitäre Einrichtungen. Die meisten Mütter sind alleinerziehend und verfügen nicht über die Mittel, die notwendigen Schulutensilien zu kaufen, sodaß die Kinder nicht zur Schule gehen können. (ohne Schuluniform keine Schule, ohne Trainingsanzug kein Sport)
Zur Zeit sind es 50 Kinder und Jugendliche, die solange unterstützt werden bis sie in der Lage sind, ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Das entscheidende ist die Nachhaltigkeit der Unterstützung. Es gibt viele punktuelle Hilfen in Peru, die dann am Ende der Schulzeit oder beim Übergang zur Universität enden. Das Ergebnis ist dann Rückfall in die Armut.
Durch die großzügige Spende eines deutschen Unternehmerehepaares konnten wir eine Art Tagesstätte bauen. Jedes Kind hat einen persönlichen Paten, der monatlich spendet.
Bei den Jugendlichen die an privaten Unis studieren zahlen mehrere Paten für eine Studentin. Persönlicher Kontakt wird auf Wunsch gefördert und Besuche unterstützt.
Unsere Unterstützung beinhaltet gesunde Ernährung, medizinische und psychologische Hilfe.
Unsere Arbeit basiert auf der Vermittlung von Werten. Im Miteinander werden soziale und moralische Fähigkeiten beispielhaft eingeübt, um das Gegeneinander in ein Füreinander umzuwandeln und dadurch ein Gemeinschaftsgefühl entstehen zu lassen. Den kulturellen Errungenschaften des eigenen Landes gilt ebenso die Aufmerksamkeit wie der kritischen Betrachtung des Einflusses von außen.
Diese Aktivitäten steigern sowohl die Fähigkeit zur Verbundenheit als auch der Selbstabgrenzung und erhöhen so das Selbstwertgefühl und dienen der Entwicklung hin zur gereiften Persönlichkeit.
Seit wir mit der Arbeit begonnen haben, versuchen wir reiche Peruaner mit ins Boot zu nehmen, was aber nur sehr langsam gelingt.
Dort gibt es sehr wenig Bewußtsein dafür, daß diese Kinder auch ihre Zukunft sind.
Das Land hat ein gutes Wirtschaftswachstum, was aber nur dazu führt, daß die Schere zwischen arm und reich immer größer wird.
Bisher gibt es nur drei peruanische Paten, die regelmäßig zahlen.

Ich würde gerne auf zwei Thesen näher eingehen

1.Bildung entscheidet über die Zukunft der Menschheit

Den wichtigsten Anfang hier bei uns in Europa hat Martin Luther gesetzt, indem er die lateinische Bibel ins Deutsche übersetzte.
Bis dahin fand Wissenschaft nur in Latein und in elitären Strukturen statt.
Er forderte vehement dem gemeinen Volk das Lesen und Schreiben beizubringen. Dabei half ihm die Entwicklung der Druckerkunst.
Ähnliches spielt sich heute noch in der 3. Welt ab. Viele Menschen in Peru können nicht lesen und schreiben. Sie unterschreiben häufig mit ihrem Fingerabdruck, ohne genau zu verstehen, was sie unterschreiben.
Wenn ein Vater eines unserer Kinder zur Bank geht, erhält er einen Kredit. Es wird ihm erklärt, daß er monatlich nur 200 Soles zurückzahlen müsse. Was er nicht versteht ist wie lange. Wenn wir uns dann die Dokumente ansehen entdecken wir 45 Prozent Zinsen.
Das ist ein Beispiel von Bildung als Macht.
Unsere Jugendlichen gehen auf schlecht ausgestattete Schulen mit Lehrern, die nur Frontalunterricht kennen. Sie haben kaum eine Chance die Aufnahmeprüfung für die staatliche Uni zu bestehen. Deshalb schicken wir sie in teure private Vorbereitungskurse, damit sie eine Chance bekommen.
An der einzigen staatlichen Universität in Trujillo /Peru nehmen jährlich 2000 Abiturienten an der Aufnahmeprüfung teil. 200 werden genommen. Für Medizin gibt es nur 7 Plätze.
Für die reichen Peruaner ist das kein Problem. Es gibt 4 private Universitäten mit leichteren Aufnahmekriterien und so können ihre Kinder das studieren was sie wollen.

2.Bildung fördert die Demokratisierung.

In Peru besteht Wahlpflicht, aber es gibt kaum politische Aufklärung. So besuchen die Politiker die Armenviertel vor der Wahl und machen Versprechungen, verteilen Geschenke und wer am meisten gibt wird gewählt. In unserem Distrikt hat der Bürgermeister vor der Wahl das Wasser abstellen lassen und dann mit Tankwagen als Geschenk mit seinem Konterfei darauf das Wasser verschenkt. Er wurde natürlich wiedergewählt.
Klingholz und Lutz beschreiben in ihrem Buch „Wer überlebt?“2016 S.178), daß erst nach 20 Jahren ein volkswirtschaftlicher Gewinn eines Ausbaues des Bildungssystems nachweisbar ist.
Bildung kommt also immer vor dem Wirtschaftswachstum. Vor allem von gebildeten Frauen profitiert die gesamte Gesellschaft, denn Frauen mit weniger Kindern und besserer Ausbildung gehen häufiger arbeiten und tragen somit zum Familieneinkommen bei. Kinder von gebildeten Müttern haben eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit. In den Ländern in denen die Bildung der Frauen gefördert wurde schreiten die demokratischen Entwicklungen voran, was auch erklärt, warum das in den islamistischen Ländern einfach nicht funktionieren will.
Bei Puente sind die Mädchen in Überzahl. Das Schwierigste für uns ist, sie über die Pubertät hinaus zu bekommen ohne eine Schwangerschaft. Es gibt kaum Sexualkundeunterricht, denn dazu braucht man die Zustimmung der Eltern. Obwohl Lateinamerika sehr sexualisiert ist, spricht man halt nicht darüber.
Das ist ein so heikles Thema, daß wir das den Peruanern überlassen müssen, um nicht in alte koloniale Strukturen zurück zu fallen. Zu Zeiten von Präsident Fujimori gab es Sterilisierungen gegen den Willen der Frauen und als ich vor 35 Jahren in Peru gearbeitet habe, haben amerikanische Konzerne angeblich gegen Masern geimpft. In Wirklichkeit handelte es sich um Dreimonatsspritzen.
Bei Puente reden wir über das Thema mit der entsprechenden Feinfühligkeit und sind damit einigermaßen erfolgreich.
Ein sehr häufiges Phänomen ist die schwierige Situation der ersten unehelichen Kinder, die die Mütter im Alter von 15, 16 Jahren zur Welt bringen. Sie haben später in der Geschwisterreihe die ungünstigste Position und werden von den nächsten Partnern abgelehnt, wie ich Ihnen gleich am Beispiel von Stalin, einem 17jährigen Jungen, erörtern werde.

Der ecuadorianische Ökonom Alberto Acosta beschreibt in seinem Buch „Buen Vivir“ (2015) das Recht auf ein gutes Leben, was auch in der Verfassung des Landes verankert ist. Er entwickelt ein Konzept für die Diskussion einer Transformation hin zu sozialer Gerechtigkeit und ökologisch nachhaltigen Wirtschafts- und Gesellschaftsformen.
Das „Gute Leben“ und die Formen des guten Zusammenlebens bieten die Chance für den Aufbau einer anderen Welt als die die wir heute kennen. (Acosta S.10)
Wir von Puente hoffen, einen kleinen Teil zu dieser Zukunft beitragen zu können und sind der Meinung, daß wer teilt, mehr vom Leben hat.

Quellen:
Klingholz, Reiner und Wolfgang Lutz „Wer überlebt? Campus Verlag  Frankfurt 2016

Alberto Acosta Buen Vivir Oekom Verlag München 2015

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Informaciones https://puente-trujillo-peru.com/informaciones/ Sat, 07 Nov 2015 13:05:12 +0000 https://puente-trujillo-peru.com/?page_id=1416 Puente Brief spanisch

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